PORTRÄTS: UNIC AWARD GEWINNER

 

 

FRIEDRICH BINDEL

PREISTRÄGER UNIC AWARD KATEGORIE "MÖBEL"

Bild von Friedrich Bindel

 

Friedrich Bindel ist gestalterischer Autodidakt. Ohne Ausbildung und Abschluss hat ihn jedoch der Besuch der Waldorfschule handwerklich/künstlerisch geprägt. 

Was ihn inspiriert sind Materialien, die sonst im Müll landen. In der Werkstatt von alsterarbeit fand er die Reste von Kabeldosen und überlegte eine ästhetische und gleichzeitig sinnvolle Verwendung. So entstanden eine ganze Serie von Steh- und Hängelampen, die er in seiner privaten Werkstatt immer weiter entwickelt. Seine Arbeit ist von einer rhythmischen Anordnung des Materials geprägt. Licht und Schatten sorgen so für interessante grafische Effekte. 

Seine künstlerische Arbeit ist auch unter www.bindel-art.de zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

PROJEKT SCHÖNHEIT DER BLINDEN

PREISTRÄGER UNIC AWARD KATEGORIE "MODE UND ZUBEHÖR"Bild von Projekt Schönheit der Blinden

 

Die Projektgruppe „Die Schönheit der Blinden“ entstand aufgrund der Initiative der Stickerei-Meisterin Antje Kunze, die sich intensiv gemeinsam mit blinden und sehbehinderten Menschen damit beschäftigte, wie Braille-Schrift auf Textilen aufgebracht werden müssen, damit sie für nichtsehende Menschen lesbar sein können. Als die gewünschte Technik gefunden war, begann die Gruppe sich Gedanken um Mode zu machen, die mit Braille dekoriert werden könnte. Dabei flossen persönliche Vorlieben und Vorstellungen in die vorliegenden textilen Kreationen ein. Da zwei Teilnehmer (Sebastian Schulze und Benny Tröllmich) auch eigene Gedichte schrieben, wurden einzelne dieser Texte verwendet. Bezugnehmend auf den Inhalt sind außerdem einzelne Worte in verschiedenen Farben an anderer Stelle nochmals aufgestickt wurden.

Entstanden sind textile Kreationen, die von blinden und sehgeschädigte Menschen – sofern sie über Braille-Kenntnisse verfügen – erfasst werden können. Sehende Menschen werden angeregt, sich mit der besonderen Optik und Haptik der Brailleschrift auseinanderzusetzen.

Die entwickelten Entwürfe wurden in Form einer Modenschau 2013 im Kunstforum Halle/Saale und dann an weiteren Orten präsentiert. Die Projektteilnehmer nahmen an den Präsentationen als Models teil.

 

 

 

 

 

MICHAEL POGGEMANN

PREISTRÄGER UNIC AWARD KATEGORIE "TISCHWAREN"Bild von Michael Poggemann

 

Über: Die Vase der Überraschungen

Diese Vase kann jeden erdenklichen Inhalt von Lebensmitteln, Material oder sonst Irgendetwas enthalten.

In meinem Szenario hat die geldgierige und perfektionistische Miethausbesitzerin, Georgia Weinhaus so eine Vase in ihrem Besitz. Was sie darin bewahrt kann man nur spekulieren.

Sind es

a) Ihre Gummibärchen,

b) sämtliche Staatsgeheimnisse oder

c) Ihr (heimlicher) Ehemann?

 Michael Poggemann hat die Vase der Überraschungen im Rahmen des be able Projekts entworfen, dass 2010/2011 zum ersten mal von Isabelle Dechamps in der Keramikwerkstatt der VIA Werkstätten durchgeführt wurde. Als Grundmaterial dieser Dose dienen Stücke aus der alltäglichen Produktion der Werkstatt, die wie Module neu zusammengesetzt und entfremdet werden. Tulpenvasen, Müslischalen und Henkel bilden den Bausatz. Die Müslischale wird zum Deckel und kann übrigens in zweiter Funktion weiterhin als Schale verwendet werden. Komposition und Herstellung, sowie die Fertigung der Module sind allein Michael Poggemanns Ressort. Er gestaltet die Henkel und deren Anbringung individuell. Die Produktion beginnt nach Anfrage so kommt es zu längeren Lieferzeiten von ca. 3 Wochen.

Verfasser: M.P. & I.D.

 

 

 

 

 

KATY METZGER

PREISTRÄGERIN UNIC AWARD KATEGORIE "HAUSHALT"

Bild von Katy Metzger

 

Über: Das Notizbuch

»Der Ursprung hat damit angefangen,
dass ich zu Hause ein Buch habe
mit weißen Blättern drin.«

Katy Metzger

Ein Notizbuch bei sich haben, dessen Seiten niemals ausgehen und das man unendlich weiter benutzen kann - das war Katy Metzgers Intention beim Entwerfen ihres Produkts. Mit Tafellack behandeltes Birkenholz ermöglicht es, die Seiten ihres Notizbuches immer wieder neu mit Kreide zu füllen und abzuwischen. Doch auch die individuelle Gestaltung einzelner Seiten spielte für Katy Metzger eine große Rolle. Vorgefertigte Raster oder Wochentage sollen zu vielseitiger Benutzung anregen. So kann der Benutzer seiner Kreativität direkt und jederzeit freien Lauf lassen.

Katy Metzger hat das Notizbuch  in Kooperation mit be able in der Tischlerei der VIA Werkstätten entworfen. Der Gestaltungsprozess wurde von den Designern Vincent Krempf und Ferdinand Pechmann begleitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

SILKE LÜDECKE

PREISTRÄGERIN UNIC AWARD "SPIELE UND SPIELZEUG"
Bild von Silke Lüdecke

 

Silke Lüdecke ist Malerin, Grafikerin und Poetin, seit 2013 beschäftigt sie sich intensiv mit Bildhauerei. Als Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Wilderers" nimmt sie seit 2000 regelmäßig an Gruppenausstellungen teil. In der Bildmitte ihrer Malereien findet man meist Figuren, Menschen oder Tiere, doch die Zeichnungen erstrecken sich nach allen Seiten in einem Netz aus Linien, die eine akkurate Umwelt für die Protagonisten des Bildes schaffen. Der Kunsthistoriker Benjamin Westpfahlen dazu:

„So gewinnen ihre Motive Kontext. Ihre Bilder sind weder Portrait noch Impression, sondern bezeichnen eine szenische Situation, die genauso gut Episode einer Erzählung sein könnte. So mögen manche dieser Szenarios den Betrachter zum Suchen nach einer Geschichte im Bild anregen. Oder aber die abgebildete Szene entstammt tatsächlich einer selbst erdachten Dichtung (...).“

Ein beruflicher Wechsel hat Silke Lüdecke den Weg zu ihrem im Rahmen des UNIC AWARD premierten Entwurf „Molly und Wanda“ geebnet. Seit einem halben Jahr arbeitet sie in der Nähwerkstatt der proWerkstätten Himmelsthür und erlernte hier verschiedene textile Techniken. Bald wurden ihre kreativen Ambitionen deutlich und so entstand zunächst „Amanda“, eine gehäkelte Schlange in hundert Farben. Inzwischen hat sie aus Strickteilen, Stoffresten, Pappe, Knöpfen und allen möglich Fundstücken neun verschiedene Figuren geschaffen. Zwei davon sind die Katze Molly und ein „Urgroßtier“ – der Drache Wanda. Beide sind im Atelier der Wilderes zusammengebaut worden und von ihr mit diversen Materialien, wie Luftpolsterfolie, Draht , einem alten Kirchentagshocker oder Moniereisen von innen verstärkt worden.

„Ich brauchte ein bisschen Zeit, um alles zu verarbeiten, was in meinem Leben passiert ist“, sagt Silke Lüdecke. 

„Die Figuren und Geschichten helfen ihr dabei“  – so der Journalist und Kulturwissenschaftler Ralf Neite, „und sie sollen auch andere Menschen unterstützen, mit Trauer und schweren Erlebnissen fertig zu werden. Der Wunsch der Künstlerin ist, ihre Geschichten als Buch zu veröffentlichen und die „Trosttiere“ vervielfältigen zu lassen.“

 

 

 

 

 

FELIX BEILSTEIN

PREISTRÄGER UNIC AWARD KATEGORIE "GRAFIK DESIGN UND ILLUSTRATION"

Bild von Friedrich Beilstein

Der Schwerpunkt des Lebens von Felix Beilstein war stets das Zeichnen und seine Malerei. Sein künstlerisches Interesse gilt der Darstellung von populären Personen aus Film- und Musikszene, etwa Bud Spencer, Klaus Lage oder Charly Chaplin. Auch die Person des Pabstes hat er zeichnerisch bearbeitet. Gelegentlich erfindet er eigene Charaktere mit signifikanten Eigenschaften, wie „Jochen Hauer“, eine ungeheuer starke, mutige und omnipotente Figur, aus denen umfangreiche Serien und Texte entstehen.

Aus seiner Liebe zur Bluesmusik entstand 2000 die gezeichnete Lebensgeschichte von Louis Armstrong, die als Buch veröffentlicht wurde. Es folgte eine weitere Veröffentlichung zum Thema „Ali Baba", eine Hommage Felix Beilsteins zu seiner Liebe an farbenprächtigen Darstellungen und der orientalischer Küche. Mit „Dick find ich schön“ entstand 2008 die dritte Veröffentlichung Beilsteins, die sich seiner Affinität zu beleibten Menschen widmete.  

Mit der im Rahmen des UNIC AWARD prämierten Veröffentlichung „Köpfe mit Krone“ setzt Beilstein seine Auseinandersetzung mit mächtigen und prächtigen Menschen und Tieren fort und widmet sich gleichzeitig seinen Lieblingsfarben Gold und Silber.

Die Ideen für die vorliegende Arbeit entwickelte Beilstein angeregt durch Meldungen in Medien und Erzählungen. Die Vorstudien zu den Zeichnungen stammen überwiegend von Fotos, teilweise auch aus eigener Phantasie. Dabei definiert Beilstein seine Zeichnungen zunächst sehr detailiert mit schwarzem Zeichenstift, um diese später mit ausdruckvollen, kontrastierenden Farbflächen optisch zu verbinden. Die Texte zum Werk entstanden in Gesprächen oder in Frage- und Antwortspielen mit seinen Eltern.